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Rainer Sauer

29.05.2020

Mein erstes FACHBLATT habe ich 1975 bei Montanus gekauft (sozusagen vom ersten selbstverdienten Geld) und über die Jahre habe ich mir nahezu jeden Monat ein weiteres zugelegt.

Als Elektromusiker sind mir vor allem die Hefte mit den Berichten über Synthesizerbands und -musiker in der Erinnerung geblieben, inklusive der entsprechenden Hardware-Annoncen. Unvergessen die Oktober-Ausgabe 1976 mit dem Klaus Schulze Special und dem von seinem damaligen Drummer Harald Großkopf exakt in 3-D gezeichneten Setaufbau auf zwei Heftseiten.

Oder die "Froese ist böse"-Story von Gerald Dellmann. Und das kam so: In den FACHBLATT-Ausgaben Januar und Februar 1980 wurde Tangerine Dream als zweiteiliges Feature inklusive eines ausührlichen Interviews mit Edgar Froese zelebriert. Die hierbei verwendeten Fotografien von Monika, Froeses damaliger Ehefrau, wurden der Redaktion mit je 30 DM in Rechnung gestellt. Heute würde man in Kenntnis des Urheberrechts lächelnd zahlen, aber damals war der Vorfall für die Redaktion Grund genug, in der April-Ausgabe mit einem hämischen Sonderartikel über Froeses finanzielle Forderung nachzutreten.

Als ich Edgar Willmar fünf Jahre später für meine hr3-Sendung "Sounds vom Synthesizer" interviewte, bestand der TD-Boss im privaten Nach-Gespräch darauf, dass die Aktion seiner Frau richtig gewesen sei. "Aber auch schlechte PR für Tangerine ist PR", meinte er dann schließlich und weise lächelnd.

PS: Für die Mini-Serien "Per Anhalter durch die Synthesizergeschichte" und "We are Producers" im Rahmen meiner hr-Sendung zog ich zur Recherche viele Artikel und Berichte aus dem FACHBLATT und von KEYBOARDS heran.

Fazit: Dank an Hans Riebesehl, ohne dessen FACHBLATT vieles in meinem Leben wohl anders verlaufen wäre.

Rainer Sauer, Jena

7

Juergen Boley

23.05.2020

Ich wusste gar nicht, dass das Fachblatt überhaupt noch existiert. Ich habe mir in den 70ern diese Postille immer in unserem Kölner Rockmusik Spezialhandel bei Toni Bucklitschs Music Store abgeholt. Manchmal stand ja auch was von uns drin!

Jürgen Boley, ex TENDERNESS

6

Rainer Müller

1.3.2019

Ich selbst habe meine ersten Konzerte ab dem Jahr 1973 in der Stadthalle Attendorn besucht. In unserer kleinen Stadt waren solche Größen wie Birth Control, Mush Rooms, Witthüser & Westrupp, Wallenstein, Sound Edge, Schobert und Black, Alexis Korner, East Of Eden, Doldinger's Passport, Guru Guru, Karthago, Manfred Mann's Earthband, Triumvirat, Gary Glitter, The Sweet, Insterburg & Co, Ekseption, Knochen, Spencer Davis Group, Titanic, Epitaph, Eloy, Pell Mell, Grobschnitt, Kin Ping Meh und, "und und und" bis Ende der 70er zu Gast, und das war für uns Jugendliche SENSATIONELL! Klaus Böhler hatte damals die Finger mit drin. Ich selbst habe das Fachblatt nie gelesen und finde nun diese fantastische Doku. Wahnsinn!

Danke dafür!
LG Rainer

5

Wolfgang Bosch

10.2.2019

Hallo,

ich war damals einer der ersten nicht Hamburger Musiker, die das RIEBE's Fachblatt gelesen und abonniert hatten. Damals habe ich es bei Becker-Inatowitz gesehen und habe es mitgenommen. Bin bei Facebook wieder auf den Namen Riebesehl gestoßen und wollt kundtun: das damalige Fachblatt war das Beste, was ich je in der deutschen Musikscene gelesen habe.

Lieben Gruß,
Wolfgang

4

Alfred Goebel

10.12.2018

Eines der informativsten und besten Hefte, die es je gab. Habe ich über viele, viele Jahre gekauft. Bis heute habe ich (zur Erinnerung) die Ausgabe Nr. 1.

3

Boris Fahr

27.9.2018

Ach Gott; mein erstes Fachblatt habe ich auf einer Mauer in meiner Stadt gefunden. Mitgenommen, gelesen und verliebt. Lang, lang ist's her. War wohl um 83. Schön, hier aus der Szene vor meiner Zeit zu lesen. Bitte macht weiter.

Gruß aus Karlsruhe,
Boris

2

Wilfried Krämer

11.8.2018

Mein Bruder Jürgen war einige Jahre bei Conny Plank sowie bei Dieter Dierks in Stommeln, wo er die ersten Rockpalast-Nächte tontechnisch gemacht hatte. Jürgen hatte bei Toni Bucklitsch in Köln als Techniker angefangen, dann hat Hans-Jürgen Fritz von Triumvirat meinen Bruder zur EMI gebracht, um ein technisches Problem zu lösen. Das hat er dann auch beseitigt, und so kam er immer mehr in diesen Bereich rein. Bei dem ersten Stones-Konzert traten extreme Probleme auf, denn die Anlage funktionierte nicht. Der Tour-Manager rief dann bei Toni Bucklitsch an und Jürgen Krämer, mit Lötkolben und Messgerät bewaffnet, fuhr rüber und löste das Problem. Die Anlage lief dann und hielt durch. Er ist dann immer mehr in die Studioarbeit gekommen und hat auch technische Lösungen erdacht und verwirklicht. Er hat mit Barth-Electronik Hamburg einiges revolutionäres entwickelt, was heute jedes Tonstudio hat... usw.

Bei Conny Plank hatte ich durch eine Entwicklung und Konstruktion für Conny das Glück, mit integriert zu sein. Zur damaligen Zeit gab es noch keine elektronischen Mittel, um Einstellungen bei der Tonaufnahme zu speichern und dann später abzurufen. Es gab Papiermasken, die über das Mischpult gelegt wurden, um dann die Reglereinstellungen mit einem Stift zu markieren. Conny meinte, es muss doch da ne andere Möglichkeit geben. Die haben wir entwickelt, auf Basis einer Polaroid MP4 Vielzweckkamera. Damit konnte man dann Sofortbildfilme aufnehmen und sofort entwickeln. Durch eine Veränderung der Negativbühne wurde dann Aufnahmeebene und Projektionsebene gleichgesetzt und aus einer Reprokamera ein Repro-Vergrößerungsgerät gebaut. Mit einer extremen Lüftung und Hitzeschutzgläsern sowie einem SCHNEIDER SUPER ANGULON ausgestattet, wurde es von Norbert Rohrmoser und mir konstruiert und gebaut. Conny bekam dann noch ein zweites Gerät, das wollte er in dem Studio auch einbauen; ich denke, er wollte neben dem alten ein neues bauen, Platz war ja da.

kamera
Fotos: Wilfried Krämer

Die Montage geschah zu der Zeit, wo Bob Geldof im Studio verweilte und wir nur in den wenigen Pausen an dem Gerät arbeiten konnten. Der hatte sich sehr für die Konstruktion interessiert und wir haben uns mit ihm über diese ausgetauscht. Er war sehr von der Konstruktion begeistert. Brian Eno, der auch einmal in der Zeit anwesend war, hatte auch von seinem Respekt für die technische Neuerung im Fachmagazin Rolling Stone in einem Interview erzählt.

In der Zeit waren viele Musiker bei Conny. Helmut Hattler von Kraan sowie andere wurden da von mir dann fotografiert. Bono von U2 war auch mal bei Conny Plank, was dabei rausgekommen ist: Conny hat nicht mit ihm zusammengearbeitet. Jürgen wohnte da auf dem Brückerhof mit vielen Zimmern, wo dann auch einige Leute mal übernachtet haben, wenn sie vom Studio aus noch eine Kneipe besucht hatten. So gab es viele nette Momente mit Annie Lennox, Wolfgang Ambros, Nossi von Birth Control usw.

Hellmut Hattler
Hellmut Hattler

Christa Fast
Christa Fast, Conny Planks Frau

Ich war einige Male bei Dierks mit dabei. Bei der Feier anlässlich der Goldenen LP (oder sowas) von Rory Gallagher für seine LP in den USA, ebenso bei anderen Festen. Teilnehmer waren Fritz Rau, Wallenstein und andere, sowie immer ein Obdachloser, der einfach von der Straße eingeladen wurde und mitfeierte (war wohl Tradition). Ich habe bei derartigen Veranstaltungen Fotos gemacht, die dann von Dierks weitergereicht wurden (PoP-Foto).

Bei 2 Rockpalast-Sendungen war ich im Vorfeld mit dabei und habe Kabel während der Proben gecheckt, bin mit Walky Talky auf der Bühne zwischen The Who rumgekrabbelt ... Rory Gallagher musste einmal (Karneval) dringendst die Arbeit im Studio unterbrechen und flog kurz nach Dublin. Gerry McAvoy haben wir dann den Kölner Karneval gezeigt. Er hatte von meinen Eltern einen Strohhut, rote Nase und etwas Schminke, alte Klamotten, und keiner hat ihn in der Linie 16 und beim Straßenkarneval erkannt. Das war für ihn das Größte.

Für die EMI war ich anlässlich einer Veranstaltung für Roxette mit Fotografieren beschäftigt. Das hatte nix mit Dierks oder Plank zu tun.

Jürgen hat nach einem Gehörsturz in der Entwicklung von Audiolabor Heilbronn gearbeitet. Danach ist er auf nach Italien und hat bei RAI 1 als Tontechniker gearbeitet, danach ist er bei Lucky Music in Luzern bei Luckas Wickert einige Jahre tätig gewesen. Irgendwann hatte er Heimweh nach Köln und hat dann für die PAVEIER im PAVEMENT-Studio in Bergisch Gladbach bis zu seinem Tod 2004 gearbeitet. Er liebte die technische Herausforderung und hatte das absolute Gehör.

Conny Plank mit Jürgen Krämer. Jürgen Krämer war ein deutscher Tontechniker, geboren am 7. August 1949 in Wilhelmshaven, gestorben 2004. Er arbeitete in Conny Planks und Dieter Dierks Studios. Das Foto ist von King Size Dick und während der Arbeit zu einem Dick- und Alex-Album entstanden. Foto: Hans Gans

Jürgen Krämer

studiodierks
Studio Dieter Dierks, Stommeln

Jürgen Kraemer
Jürgen Krämer bei der Arbeit im Recordingmobile

Dierks Studio


Die Rockpalast-Macher, unverkennbar unten in der Mitte Jürgen Krämer.

Ich kann nicht mehr genau sagen, wieviele Rockpaläste Jürgen gemacht hatte, aber er war vom ersten bis garantiert THE WHO mit dabei.

Auflistung:

1. Rockpalast Nacht 23.-24.7.1977
1. Rockpalast Night - English
RORY GALLAGHER
LITTLE FEAT
ROGER MCGUINNS THUNDERBYRD

2. Rockpalast Nacht 4.-5.3.1978
2. Rockpalast Night - English
MICHAEL CHAPMAN
MOTHER'S FINEST
DICKEY BETTS AND GREAT SOUTHERN
SPIRIT

3. Rockpalast Nacht 15.-16.9.1978
3. Rockpalast Night - English
PAUL BUTTERFIELD BAND
PETER GABRIEL
ALVIN LEE'S TEN YEARS LATER

4. Rockpalast Nacht 21.-22.4.1979
4. Rockpalast Night - English
J.GEILS BAND
PATTI SMITH GROUP
JOHNNY WINTER

8. Rockpalast Nacht 28.-29.3.1981
8. Rockpalast Night - English
THE WHO
THE GRATEFUL DEAD

Wilfried Krämer

1

Theo Möbus

1.8.2018

Das FACHBLATT veränderte mein Leben. Im November 1980 kam ich in unserer Schüler- und Studentenkneipe mit dem Keyboarder einer Schülerband auf Synthesizer zu sprechen, er besaß den Crumar DS-1, ich den Yamaha CS-10. Als Fachblatt-Abonnent empfahl er mir, die Zeitschrift ebenfalls zu abonnieren und erzählte noch etwas von einem Laden in Bonn, der sich auf Synthesizer spezialisiert habe. Am nächsten Samstag brachte er eine Seite aus dem Fachblatt mit, und zwar die mit dem Give-Away "2 Tage zu Besuch bei Matten & Wiechers in Bonn", das war besagter Laden, allgemein bekannt als das Synthesizerstudio Bonn. Gleich am nächsten Montag schickte ich den Abo-Bestellabschnitt aus dieser Seite zum Verlag bzw. Vertrieb, mit der ausgefallenen Bitte, mir den kompletten Jahrgang 1980 gleich mitzuliefern. Das machten die tatsächlich und zwar spottbillig, fand ich richtig klasse. Die erste Abo-Ausgabe war Heft 1/1981.

Im ersten FACHBLATT zu blättern war schon ein ganz besonderes Erlebnis, besonders für jemanden, der bis dahin nur die gängigen Jugend- und Musikzeitschriften kannte. Es gewährte Einblicke, die man mit den eher oberflächlichen Jugendzeitschriften nicht bekam, so zum Beispiel in den Interviews, in denen prominente Musiker unter anderem ausführlich über ihr Equipment berichteten. Dazu jede Menge Testberichte und ganzseitige bunte Anzeigen. Die waren absolut willkommen, ersparte man sich mit ihnen doch das lästige Abholen der aktuellen Prospekte im Musikalienhandel, sowie das Gemeckere der Verkäufer, wann man denn endlich etwas kaufen wollte. Ja, und ein Termin mit dem Synthesizerstudio Bonn war schnell ausgemacht. Und so nahm alles seinen Lauf ...