Dies & Das
Günter Amendt '72
7/72: Spendenaktion für verurteilten Günter Amendt
Frankfurt - Ein einzelner soll für die Schäden haften, die rund 10000 Menschen bei den Anti-Springer-Demonstrationen Ostern 1968 verursacht haben. Student Günter Amendt (33), ehemaliges SDS-Mitglied und Sprecher der Organisation wurde in einem Zivilgerichtsverfahren zur Zahlung von 72000 Mark an die Societätsdruckerei Frankfurt verurteilt. Die Frankfurter BILD-Druckerei hatte gegen Amendt auf Schadenersatz für verspätete Auslieferung und Überstunden der Belegschaft geklagt. Denn der Sachschaden war nur gering gewesen. Die Druckerei, d.h Springer, sah in einer Zivilklage die einzige Möglichkeit, ihr Geld wiederzubekommen. Durch eine Amnestie war nämlich die strafrechtliche Verfolgung des Studenten unmöglich geworden. Aber die Amnestie, die für viele politische Überzeugungstäter die Strafverfolgung aussetzte, ist unvollkommen. Günter Amendt zur MORGENPOST: "Ich habe damals erklärt, dass ich auf eine Strafrechtsamnestie verzichtete, wenn nicht gleichzeitig eine Zivilrechtsamnestie erlassen werde. Ich wurde gezwungen, die Amnestie anzunehmen." Im Zivilverfahren, das bis zur letzten Instanz, dem Bundesgerichtshof, ging, wurde der Student schuldig gesprochen. Er muss die Gerichtskosten in Höhe von 10000 Mark tragen und den vollen Schaden, 72000 DM ersetzen. Amendt: "Das Urteil ist eindeutig politisch. Ein einzelner soll seiner Existenzgrundlage beraubt werden. Springer will ein Exempel statuieren." Inzwischen hat sich ein Spendenkomitee gebildet, unter anderen haben Ernst Bloch, Hans Magnus Enzensberger, Alexander Kluge, Jürgen Seifert und Martin Walser zur Unterstützung von Günter Amendt aufgerufen. Die "Spendenaktion Amendt" hat schon cirka 20000 Mark erbracht. Auch die satirische Monatsschrift PARDON hat jetzt zu Spenden aufgerufen. Günter Amendt: "Wenn 12000 Leute nur fünf Mark einzahlen, kann die Forderung erfüllt werden, ohne dass ein einzelner die ganze Last tragen muss." Einzahlungen erbeten auf das Postscheckkonto ...

2/72 und 3/72: Ankündigung Open Air Konzert Koblenz, Deutsches Eck


2/72: Am 2. Sept. macht Werner Jaeger, 54 Koblenz, Löhrstr. 80, Tel. 0261/36.. wieder ein Open-Air-Free-Konzert am Deutschen Eck (das dritte). Im letzten Jahr war's dort sehr bedient (10.000 Zuschauer). Jaeger zahlt Spesen bis max. 400 DM und hat schon eine ganze Latte bekannter Gruppen eingekauft. 3000 Watt P.A. vorhanden. Mehr im nächsten Heft.
3/72: Wie bereits in der letzten Nummer angekündigt, findet auch in diesem Jahr wieder ein Open-Air-Free-Concert am Deutschen Eck in Koblenz statt. Neben den Petards-Festivals auf Burg Herzberg sind die Koblenzer Treffen die wichtigsten Groß-Präsentationen der deutschen Szene. Veranstalter ist wieder Werner Jaeger (er hat in Koblenz einen Plattenladen (Anm: "Die Schallplatte")); zu erreichen in 54 Koblenz, Löhrstr. 80; Tel. 0261/36... oder 36... (nach 20.00 Uhr). Der Zuschauerrekord des letzten Jahres (mehr als 10.000 Leute) soll gebrochen werden. Bisher zugesagt sollen haben Ash Ra Tempel, Bröselmaschine, Guru Guru, Hölderlin, Parzival, Doldingers Passport, Tangerine Dream, Wallenstein, Wind, Witthüser/Westrupp, Birth Control. Eine 3000-W-Anlage ist vorhanden. Wie im letzten Jahr wird für die Gruppen eine Zeltbühne aufgebaut.

Open Air Koblenz '71

Bereits 1973 gab es die Musikmesse in Frankfurt (Teil der Internationalen Frühjahrsmesse), wie folgende Seite aus Heft 2/73 belegt. Für Synthesizerfans: Laut Auflistung stellte Funk Film Hamburg "Abt. Deutscher Moog-Synthesizer" (Heinz Funk) ebenfalls aus.:


Musikmesse Frankfurt '73

1/73 Rubrik "Der Roadie weiß mehr": Irreale Klänge mit dem "Synthesounder" von Wolfgang Palm.


Synthesounder '73

Die SCORPIONS im Nachrichtenteil von Heft 6/72

Scorpions '72

Text: Einiges von den Scorpions, die sich nicht, wie bereits von einigen Rundfunksendern und Zeitungen verbreitet, aufgelöst haben. Auch die Gerüchte von hohen Schulden, Gerichtsvollzieher vor der Tür und so entbehren jeder Wahrheit. Tatsache ist, dass sich die Gruppe einen neuen Schlagzeuger (Joe Wyman) zugelegt hat und anschließend zwei Monate hart übte. Als sie dann erstmals mit neuem Mann und neuem Programm auftraten, versagten auf der Rückfahrt die Bremsen ihres Transporters (Möbelwagen), und das Ding kippte in einer Kurve um. Zum Glück kam die Gruppe mit ein paar blauen Flecken davon und konnte bereits zwei Tage später wieder auftreten. Derzeit touren die Scorpions durch die Bundesrepublik, anschließend geht’s nach Dänemark - und dann wird in Hamburg die zweite LP aufgenommen.